Die Ruinen

A Adolf Glaßbrenner
0 Altın Yaprak
»Ach, wie ungemein poetisch Die Ruinen auf den Höh’n!« Fräulein, Sie sind sehr ästhetisch; Ja, Ruinen, die sind schön. Und das Fräulein – drob geschmeichelt – Fährt in der Ekstase fort, Während sie den Bulldog streichelt, »Wie poetisch ist es dort!« »Grüner Wald, das ew’ge Leben, Immer sprossend, immer jung, Und der greise Stein daneben: Träumende Erinnerung!« »Epheu schlingt sich um die Blösse, Will sie grün erhalten noch; O du Bild zerfall’ner Grösse, Wie poetisch bist du doch!« Fräulein, Sie sind sehr ästhetisch; Sie empfinden schön und wahr, Und Sie sagen’s so pathetisch, Dass es selber mir wird klar. Ja, ich sehe: auf den Höhen Sind nur noch Ruinen da! Wo die alten Zwinger stehen, Rauscht der Wald Hallelujah! In die Burgen der Tyrannen Drang der Geist zerstörend ein, Trieb die Räuberbrut von dannen, Warf hinunter Stein auf Stein. Heil’ger Geist, du ein’ge Dreiheit, Gott im Menschen, habe Dank! Auf den Bergen schon ist Freiheit, Herrscht im Thal auch noch der Zwang! Heiser schreien dort dir Raben Um den Schutt der Tyrannei: Ihre Knochen sind begraben, Und der Geist, der Geist ist frei!

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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