Die Sagen des Volkes

A August Schnezler
0 Altın Yaprak
Wohl manche schöne Blüthe Der Zeit, die sich verlor, Kommt in des Volks Gemüthe Zu neuem Frühlingsflor; In Märchen und in Sagen Aus alten grauen Tagen Verschollne Luft und Klagen Blühn wieder frisch zu Tag empor. Geh durch zerfallne Klöster, Gebrochne Burgen hin, Die Sagen ziehn als Tröster Mit dir durch den Ruin. Die längst geschlummert hatten Tief unter Kirchenplatten, Siehst als verklärte Schatten Im Mondenlicht du wieder ziehn. Du siehst, wie aus dem Schutte Manch Herz von Neuem glüht, Das einst in rauher Kutte Voll Liebesbrunst gesprüht; Du siehst der bleichen Nonne Im Tausch um Himmelswonne Der irdischen Liebessonne Nur schwer entsagendes Gemüth. Die Sage führt auf Wiesen Dich zu der Elfen Tanz, Zeigt Zwerge dir und Riesen In des Gebirges Kranz; Die Gnomen und Kobolde In Rübezahles Solde, Im Schacht, verklärt von Golde Und bunter Edelsteine Glanz. O trinke von der Sage Würzvollem Firnewein, Mag dir an manchem Tage Bewölkt die Stirne seyn! Aus dunkeln Tannenbäumen Wiegt sie zu goldnen Träumen Von Zauberfrühlingsräumen Das müde Herz dir singend ein.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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