Frischlin (Schubart)
C Christian Friedrich Daniel Schubart
0
Altın Yaprak
Frischlin .
Wo liegt Frischlin, der Bruder meines Geistes,
Wo scharrten sie des Edeln Asche hin?
Wo ist sein Grab mit stillem Moos bewachsen?
Wo liegt Frischlin?
Er schlummert nur – vielleicht auf einem Anger!
Dann Fürstenhaß lag auf ihm Hügelschwer.
Und Pfaffen brüllten über seiner Leiche:
Verdammt ist er!
Und doch, Frischlin, hat dir vom Aug herunter
Der Aetherstrahl des Genius geflammt;
Und besser warst du, als die Hasser alle,
Die dich verdammt.
Als Knabe schon griefst du mit kühnem Finger
Ins Saitenspiel. Als Jüngling wirbelst du
Der Lyra Stralen. Deine Töne flogen
Den Wolken zu,
Die um den Mond wie Silberduft sich ziehen.
Versammelt waren Roma’s Dichter drauf.
Sie stuzten: Aus den Wäldern der Barbaren
Steigt Sang herauf?
Dir hat Apoll, wie Plautus! deinem Bruder,
Mit eigner Hand den Sokkus angeschnürt.
Und Jokus hat in seinen Nektarkeller
Dich selbst geführt.
Er reichte dir in einem Faunenhorne
Des Göttertrankes viel. Da stieg dein Herz
Herauf ins Antlitz, und die Lippen trofen
Von hellem Scherz.
Dich hat Homers und Maro’s Geist belächelt,
Und selbst der Geist des stürmenden (Pindar.)
Es segneten der Alten Geister alle
Dich unsichtbar.
Dein Auge sah nicht mit dem Scholiasten
Nur Wörterkram und Periodenfluß.
Es sah das Schöne; sah das Wetterleuchten
Des Genius.
Wie silbernes Geträufel aus den Wolken
War deine Red’ im vollgedrängten Saal.
Die Wahrheit schien ein Schwerdt in deinem Munde,
Ein Wetterstral.
Als Römer schriebst du; aber deine Seele
Voll Vaterland, liebt deutschen Biderton.
Du sprachst den stolzen purpurnen Tirannen
Ins Antliz Hohn.
Da schlug Gewaltthat dich in Eisenfessel.
Sie gieng voll Hohn um deine Gruft herum,
Und brüllte: Ha, da fault er nun, mein Hasser,
Auf ewig stumm.
Du aber schnellst mit wuthbeflammten Händen
Die dichtgeringte Eisenlast entzwei.
Entreißst dich muthig durch des Kerkers Quater
Der Sklaverei.
Doch ach! an eines grauen Felsen Wurzel
Fand er, der Edle, seinen Märtrertod.
Ein Winzer sah den Dichter blutig liegen
Im Morgenroth.
Wo ruht er nun, der Bruder meines Geistes?
Wo scharrten sie des Edlen Trümmer hin?
O sagt mir’s, daß ich ihn mit Thränen salbe:
Wo liegt Frischlin??
Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv
Bu şiiri puanla
Henüz puan verilmemiş