Einer Todten (Meyer)

C Conrad Ferdinand Meyer
0 Altın Yaprak
Wie fühl’ ich heute deine Macht, Als ob sich deine Wimper schatte Vor mir auf diesem ampelhellen Blatte Um Mitternacht! Dein Auge sieht Begierig mein entstehend Lied. Dein Wesen neigt sich meinem zu, Du bist’s! Doch deine Lippen schweigen, Und liesest du ein Wort, das zart und eigen, Bist’s wieder du, Dein Herzensblut, Indeß dein Staub im Grabe ruht. Mir ist, wann mich dein Athem streift, Der ich erstarkt an Kampf und Wunden, Als seist in deinen stillen Grabestunden Auch du gereift An Liebeskraft, An Willen und an Leidenschaft. Die Marmorurne setzten dir Die Deinen – um dich zu vergessen, Sie erbten, bauten, freiten unterdessen, Du lebst in mir! Wozu beweint? Du lebst und fühlst mit mir vereint!

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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