Mourir ou parvenir!

C Conrad Ferdinand Meyer
0 Altın Yaprak
Herr Heinrich Guise schrieb. Da rauscht’ Gewand – Es war sein Lieb, das aus der Kirche kam, Sein zärtlich Lieb, der schäkernd aus der Hand Er das mit Gold beschlagne Meßbuch nahm. Er blättert’ drin. Hell war’s von Farbenglut Und keck verschlungner Arabeskenzier – „Geliebter, dich verdirbt dein Uebermuth! Hinweg! Entflieh von hier! Du bist zu hoch! Der König, feig und schlau, Bebt wie ein Kind vor deinen mächt’gen Braun! Dich haßt er tödtlich – glaub es einer Frau! Ihn sah ich lächeln jüngst – mich schüttelt Graun!“ Zur Feder griff er. „Flora, schlanke Fei! Wie könnt’ ich leben,“ seufzt’ er, „fern von dir?“ Und schrieb ins Meßbuch, wo die Zeile frei: Mourir – – „Versuche Gott nicht! Das Verderben reift! Hinweg aus Blois! Mein Alles, Schmerz und Lust! Ich weiß: in diesem Augenblicke schleift Der Meuchelmord ein Schwert für deine Brust!“ Der Herzog schrieb in ihrem Buche fort, So viel ihm Raum gewährte das Papier, Als wär’ es ein erbaulich Bibelwort: – Ou parvenir! „Mich so zu quälen! Schlimm hat mir geträumt! Mein Gott! Du wandest dich in Todesschmerz! Hinweg! Jetzt! Heute! Hörst du? Nicht gesäumt!“ Sein Liebchen zog er kosend an das Herz, Sie senkte des bethränten Auges Glanz – In kühnen Zügen stand der Spruch vor ihr, Umrankt von einem üpp’gen Blumenkranz: Mourir ou parvenir!

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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