Paradiesische Schmuggelwaare

E Edwin Bormann
0 Altın Yaprak
Ihr wißt, es war die böse Schlange, Die sprach zum Weibe: „Nimm und iß!“ Und Eva zierte sich nicht lange, Und Adam that den Apfelbiß. Da zog der Cherub aus der Scheide Sein mächtig Flammenschwert hervor Und trieb die armen Sünder beide Hinaus vor’s Paradiesesthor. Und draußen auf dem kahlen Lande, Da blickte Adam lang zurück Und dachte reuig seiner Schande Und weinte still um Edens Glück. Doch Eva sprach: „Mein Freund, vergeude nicht deine Kraft in trüber Pein! Die höchste Paradiesesfreude Wird auch hier draußen unser sein. Die eine wußt’ ich festzuhalten, Als uns der Engel überrascht: In meines Herzens tiefsten Falten Hab’ ich die Liebe durchgepascht. Wir wollen treulich sie bewahren In unsres Busens sicherm Schrein, Sie soll den fernsten Enkelschaaren Der Väter bestes Erbe sein.“ Und Adam murrte: „Thörin, spare Den Jubel dir, denn himmelweit Verschieden ist die Schmuggelwaare Von Paradiesesseligkeit.“ Ein hartes Wort fürwahr, ein herbes, Das da der Menschenvater sprach; Denn alle Welt freut sich des Erbes, Und keine Lippe spricht’s ihm nach. Wir, Mutter Eva, deine Söhne, Wir stimmen laut dem Jubel bei; Wir preisen deiner Töchter Schöne Und preisen deine Schmuggelei. Edwin Bormann.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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