Genesung (Die Gartenlaube 1879/38)

E Ernst Scherenberg
0 Altın Yaprak
Wer hat es trostlos nicht empfunden, War er im tiefsten Innern krank, Daß er zur Heilung seiner Wunden Umsonst am Quell der Freude trank? Der Born, der Andre labend netzte, Versiecht’ an seiner Lippe Rand. Nur noch ein Becher blieb – der letzte Zu löschen seiner Seele Brand – Da sendet ihm der Gottheit Gnade Die Retterin in höchster Noth; Gebrochen folgt er ihrem Pfade Und ihrem ernsten Pflichtgebot. Die Arbeit ist’s – unmerklich leise Führt sie zum Leben ihn zurück, Bannt ihn in ihre Zauberkreise, Weckt ihm Genesung, neues Glück. Die Arbeit ist’s – ob für die Seinen, Ob für sein Volk, ob für die Welt, Ob im Gewalt’gen, ob im Kleinen – Die ihm das Herz mit Hoffnung schwellt. Und wie er auch, von Gram bezwungen, In Todessehnsucht einst gebebt, er hat den Frieden sich errungen: Nur wer für Andre schafft, der lebt!

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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