Das Ende

H Herbert Nehrlich Herbert Nehrlich
0 Altın Yaprak
Am Friedhof steht ein alter Mann guckt auf das Grab, den Stein und dann wiegt er den Kopf so hin und her als fiele ihm das Hoeren schwer. So ist's, es kommen leise Toene von Mutters Stimme an die Soehne. Da liegt sie nun und ruht sich aus und er steht da, haelt noch den Strauss in Fingern klamm durch Vater Frost. Der Brief kam durch die Deutsche Post, er hatte einen schwarzen Rand und Marken von des Kaiser's Land. Die Zeilen flattern nun im Wind, sind nicht von Muttern an ihr Kind. Es ist ein amtlich strenges Schreiben das sagt: 'Sie konnen ruhig bleiben, denn die Beerdigung ist morgen das koennen wir allein besorgen.' Er sparte aber keinen Heller und stieg in seinen Vorratskeller. Woselbst, versteckt in einer Ecke die Truhe, die fuer solche Zwecke Reservendollarnoten haelt bis dass das Schicksal auf uns faellt. Er gab das Buendel dem Piloten es waren viele, gruene Noten. Doch flog er nun, in Windeseile zwoelf Stunden und 'ne kleine Weile. Kam an als schon die Glocken klingen und Ortsgenossen Lieder singen. Doch stand er endlich vor dem Grab und hielt den Strauss, und seinen Stab, den Brief, der schon im Winde flattert und steht da rum, als wie verdattert. Die Mutter hat die Welt verlassen und er allein kann es nicht fassen. Es quietscht das Tor aus altem Eisen ermuedet von dem vielen Reisen bemerkt er nicht dass seine Schwester sich naehert, sagt 'Na Du, mein Bester', gerade angekommen war. Der Himmel ist schoen blau und klar und durch die Wipfel weht ein Hauch. Da stehen wir und zittern auch.

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