Letzte Beichte

H Hermann Marggraff
0 Altın Yaprak
Sie liegt auf weissem, weichem Pfühl, Die fieberheissen Adern kochen, Ihr ist’s im Haupt so dumpf und schwül, Es fliegt der Puls, die Schläfen pochen. Ihr Leib einst straff, nun welk und schlaff, Und bleich und abgezehrt die Wangen! An ihrer Seele zerrt der Pfaff Mit seines Buss-Sermones Zangen. »Wie war dein Geist so hell besonnt, Als du in deinem kleinen Stübel Noch herzlich beten hast gekonnt: O Herr, erlös’ uns von dem Uebel! Als du am Feiertag noch kamst Voll Frömmigkeit zur Seelenbeichte Und mit gesenkten Blicken nahmst Das Abendmahl, das ich dir reichte! Wie anders dann, als du geherzt Den Buhlen zu der Seele Schaden, Als du in frevler Lust verscherzt Des Himmelsbräut’gams hehre Gnaden! – Bekehre dich, noch ist es Zeit, Doch nur zu bald ist sie vorüber! Du stehst am Thor der Ewigkeit, Schon wird dein Auge trüb’ und trüber!« Und mühvoll hebt sie ihren Leib, Und schmerzlich seufzt sie aus den Kissen: »Ihr habt, o Herr, mir armem Weib Gerührt das innerste Gewissen!

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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