Ein Knabe (I–II)

H Hugo von Hofmannsthal
0 Altın Yaprak
I Lang kannte er die Muscheln nicht für schön: Er war zu sehr aus einer Welt mit ihnen; Der Duft der Hyazinthen war ihm nichts Und nichts das Spiegelbild der eigenen Mienen. Doch alle seine Tage waren so Geöffnet wie ein leierförmig Tal, Darin er Herr zugleich und Knecht zugleich Des weißen Lebens war und ohne Wahl. Wie einer, der noch tut, was ihm nicht ziemt, Doch nicht für lange, ging er auf den Wegen: Der Heimkehr und unendlichem Gespräch Hob seine Seele ruhig sich entgegen. II Eh er gebändigt war für sein Geschick, Trank er viel Flut, die bitter war und schwer. Dann richtete er sonderbar sich auf Und stand am Ufer seltsam leicht und leer. Zu seinen Füßen rollten Muscheln hin, Und Hyazinthen hatte er im Haar, Und ihre Schönheit wußte er, und auch, Daß dies der Trost des schönen Lebens war. Doch mit unsicherm Lächeln ließ er sie Bald wieder fallen, denn ein großer Blick Auf diese schönen Kerker zeigte ihm Das eigne unbegreifliche Geschick.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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