Wien, Februar 1924

J Joachim Ringelnatz Joachim Ringelnatz
0 Altın Yaprak
Ich werde wohl in wenig Wochen Bischof und Bürgermeister sein von dieser Stadt. Nach dem, was man mir allwo hier versprochen Und mit viel Küßdiehands beteuert hat. Und andrerseits: nach dem, was man gehalten, Und wie man mich empfehlend weiterwies Und überhaupt – es drängt mich, einzuschalten: Hier ißt und trinkt – – So denk ich mir Paris. Ich lebe noch, obwohl die Trambahnwagen Links fahren und sich alles links Ausweicht. Ich weiß dir mündlich allerdings Auch vieles Gute über Wien zu sagen, Für heute laß mich etwas neidisch klagen. Denn Oper, Fasching, Tanz und Operette – Ich merkte, zählte … und ich kroch ins Bette. Und wie sich unsereins hier vor den Läden weidet! Und wie, was weiblich oder feminin Ist, hier sich elegant tut und bekleidet –! Ja Wien bleibt Wien. Ich seh die Tiere, die man abgeschossen Um Pelz und Flirt. Jedoch ich werde mählich was verwirrt. Ich habe zuviel Heurigen genossen. Und draußen wuchtet um den Stephansturm Schon seit acht Tagen böser Wind. – Der müßte zehnmal stärker – stärkster Wind – Hier all die Damherrn, Dummen oder Dämen Jählings entkleiden, nackt wie Regenwurm. – Wie sich die Zierigen wohl dann benähmen?! Ach wärst du hier, wär’ all das abgetan. Schlagobers würd’ ich um dich häufen lassen. Auch sah ich winkelschöne, arme Gassen Und Kirchtürme ganz aus Filigran.

Kamu malı: şairin ölümünün üzerinden 70 yıldan fazla geçti.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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