Er preiset das Schwarze

J Johann Grob
0 Altın Yaprak
XVI. Er preiset das Schwarze. Wan ich besingen sol / was mir ergezung bringt / So ist es Schwarz und Braun / dem dises Lied erklingt. Erlaubt mir / daß ich mich ein wenig lustig mach’: Ein jeder preiset gern’ ein’ angeneme Sach’. Ich haft’ an schwarzer farb’ / und bin ihr billich hold: Ein schwarzes Erdreich ist mehr wert dan rohtes Gold / Es bringet korn und wein: Gold dienet nur zur pracht / Durch seinen stolzen glanz wird niemand satt gemacht. Schwarz ziert des Menschen leib / ein schwarzes Augenpaar Schmükt eine Jungfer wol / deßgleichen schwarze haar: Helena war ja auch mit solchen ausgeziert; Sonst hätte Paris sie gewißlich nicht entführt. Wol mir / und mehr als wol / daß auch mein liebstes Kind Sich in der schönen zahl des braunen Volks befindt! Ihr schwarzes Augenliecht zündt meine kohlen an / Daß mir die Liebe stets das herz erwärmen kan. Schwarz ist durchgehends schön’: ein sauber schwarzes Kleid Ziert beides Mann und Weib / und führet freüd’ und leid: Was kan auch schöner sein / dan ein kohlschwarzes Pferd / Die farbe nur allein ist hundert tahler wert. Die schwarzen Kirschen seind bei ärzten hochgeacht / Ihr wasser hat die red’ halb todten wiederbracht: Schwarzbraune Negelein die riechen herrlich wol / Ach hätt’ ich ihrer nur den ganzen garten voll. Der braun’ und schwarze Wein hat freüdenreiche kraft; Drum liebt ihn Bacchus sehr samt seiner bruderschaft / Mars ist den schwarzen auch mit hulden zugetahn / Dieweil das pulver schwarz / so er nicht missen kan. Auch Phebus liebt das schwarz’ / und braucht es immerzu / Die schwarze Dinte hat bei ihm ja keine ruh: Ihr andre Farben ihr / roht / grühn / gelb / blau / und weiß / Weicht etwas hinder sich / dan schwarz behelt den preis. Ach schwarz / du edles schwarz / du immer schöne zier / Mein herze hat allein zu dir lust und begier: Mein auserwehltes schwarz / ich bleib’ in dich verliebt / So lange nur mein leib dem leben wohnung giebt. Der Tod hat endlich nichts an dieser liebesbrunst / Dan wer mich überlebt / der tuht mir noch die gunst / Und scharret meinen leib in schwarze erden ein / Wan mein verliebter Geist wird ausgeflogen sein.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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