Reim und Welt

J Johann Karl Wilhelm Geisheim
0 Altın Yaprak
Der Dichter lebt in Widerspruch, So sagt man, mit der Welt; Wei immer neuer Wolkenbruch Auf seine Saaten fällt; Doch glücklich, wer das reimen kann, Der Reim, der Reim nur macht den Mann. Der Reim, ein wunderbarer Sohn Von Herz und von Verstand, Der Seeleneintracht Zauberton, Den einst die Lieb’ erfand. Ja, glücklich, wer sich’s reimen kann, Der Reim, der Reim nur macht den Mann. Möcht’ ich doch nie ein Dichter sein, Wär’ Lüge, was man singt; Wer fäng’ und klänge gern vom Wein, Wenn nie ein Glas ihm blinkt. Wer Sang und Wein sich reimen kann, Der Rein, der Reim nur macht den Mann. Wer sänge wohl von schönen Frau’n Das Herz sich weh und bang, Ohn’ auch zu herzen und zu schau’n, Was in dem Herzen klang; Wer Schau’n und Frau’n sich reimen kann, Der Reim, der Reim nur macht den Mann. Ein Thor wohl sänge schach und matt Sich von der Sternenwelt, Wenn er nicht einen Stern auch hat, Dran seine Hand sich hält. Wer fern und Stern sich reimen kann, Der Reim, der Reim nur macht den Mann. Die Welt, die vor uns ewig flieht, Ist nicht des Sanges werth; Das wär’ ein ungereimtes Lied, Das Grund und Fuß entbehrt. Wer Sein und Schein sich reimen kann, Der Reim, der Reim nur macht den Mann.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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