Seelenbündnis
J Josef Willomitzer
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Altın Yaprak
Ich öffne zögernd ihren Brief.
Der kleine Brief, was thut er kund?
Vielleicht nimmt es Mathilde schief,
Dass ich sie lieb’ aus Herzensgrund.
Vielleicht hat sie mein Fleh’n erhört,
Vielleicht ist all mein Glück zerstört?
Ich seufzte tief,
Bevor mein Blick das Blatt durchlief. –
Sie schreibt: »Wir wollen Freunde sein
Wie Goethe und die Frau von Stein!«
Da ruf’ ich jubelnd: Frisch voran!
Dem Glück will ich entgegenzieh’n.
Im Flug trägt mich die Pferdebahn
Zu meiner Göttin Tempel hin.
»Komm an mein Herz, du süsses Glück!«
Ruf’ ich ihr zu. Sie weicht zurück
Und staunt mich an:
»Wie könnt Ihr mir so stürmisch nah’n?
Wir wollen doch nur Freunde sein
Wie Goethe und die Frau von Stein.«
Und nun erzählt sie mir genau,
Was sie gelernt im Pensionat
Vom Seelenbündnis jener Frau
Mit Goethe, dem Geheimen Rat,
Wie tadellos und einwandfrei
Der zarte Bund gewesen sei. –
»Mathilde, schau,
Was Du da sagst, ist mir zu blau.
So wird es nicht gewesen sein,
Denn Goethe, der war nicht von Stein!«
Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv
Bu şiiri puanla
Henüz puan verilmemiş