Der neue Frühling

L Ludwig Tieck
0 Altın Yaprak
Käme doch der Frühling! seufzt’ ich oftmals, Daß der süße Blumenduft, das Flüstern Holder Birken und das Lied der Lerchen Meine heißen Thränen trocknen möchten! – Und in jedem Jahre kam der Frühling, Und in jedem Jahre weint’ ich Thränen: Töne, Blumen, holdes Baumgeflüster, Alles ging wie scheu mir aus dem Wege, Nichts, das meinen heißen Busen kühlte: Und ich flehte nicht mehr um den Frühling. Kläglich kam er, kaum daß ich’s bemerkte, Düster blickt’ ich in sein grün Gewebe, Dachte: bist nicht besser als die andern! – Hinter mir hört’ ich ein leises Rieseln, Wie wenn Bächlein über Kiesel jauchzen, Hinter mir lief Wind durch das Gebüsche, Seitwärts nickten alle Blumen freundlich, Und in sanften röthern Strahlen spielte Sonnenschein zum grünen Boden nieder.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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