O du mein Österreich (Conrad)

M Michael Georg Conrad
0 Altın Yaprak
Nein, nichts von poetischen Schmerzen, von Schnitzlerei und Liebelei. Tiefelend sind wir da unten, dem Stärksten bricht das Herz dabei. Was Nationalitäten! Eine einzige schwere Not uns alle verzehrt. Ich komme vom lustigen Ungarland. Da Hab ich dies schauerlich Lied gehört. „Auf den Erntefeldern liegt goldene Sonnenpracht „und die reife Ährenfrucht auf dem Stengel lacht. „Leiser Mittagswind bewegt die Überreifen — „und wir Feldarbeiter gehen unsere Sensen schleifen. „Ernte ist längst heimgebracht. Schnee liegt auf der Flur — „und in meiner Hütte wohnt Not und Elend nur. „Auf dem Strohsack liegt mein Weib und die Kinder darben, „nicht ein Brötchen blieb für uns von den tausend Garben. „Da wir bessern Lohn verlangt, schossen sie uns nieder, „und von unserm roten Blut dampft die Erde wieder. „Immer mir im Ohre klingt jenes Kugelpfeifen. „Komm o Sense von der Wand, denn ich muß dich schleifen." Das ist das Volkslied: das Sensenlied! Nichts vom süßen Fratz wird da gefabelt. Manneswort! Kämpfer! Nicht verbuhlter Spatz! Hört ihrs, Brüder? Alle Liebessingerei und schönpapierne Kunst für die armen Teufel ist sie nichtiger Schaum und Dunst.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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