Das Bilderbuch

P Paul Haller
0 Altın Yaprak
Über Bechsteintasten fiebert Spiel aus bläulichweißen Händen. Schwermutaugen, glanzlos, tasten Aus den grabverhangnen Wänden Nach des Lichtes reichem Trost. Hier ist Gold, sind Luxusdecken Über hingeträumten Tischen, In den Nischen Formgewordne Wundersteine, Aus den Büchern, aus den Bildern Schütteln tausend feingelockte Kinderköpfchen die Gesichter, Kinder aller hundert Musen. Doch die Schwermut blättert stürmisch In den Bildern, in den Schätzen. Fieber kühlt sich im Entsetzen. Denn von Blatt zu Blatt gerissen Drohn Gespenster Und das furchtbar kalte Wissen: Auf dem letzten grinst der Tod. Aber Glockentöne, tiefe, Fernentsandte sind dem Menschen Trost und Führung. Nahen freundlich, Aug und Ohr dem blinden Wandrer; Führen still durch laute Gassen Über Treppen, Winkelsteige Mensch zu Mensch, und wecken Liebe. Hier ist Kot und kalkige Tünche, Stickgestank und Löcherdielen, An den Händen Schwar und Schwielen; Und die Augen stechen tückisch, Die verhärmten, oft getäuschten, Nach der niegefühlten, matten Haut der Hände, Die sie schwesterlich beschatten. Diese Feine, Überzarte Tröstet hier die Rauhe, Harte. Sieh, an kalten Weißelmauern Regt sich’s wie von Goldgestalten, Stummer Linien weiches Fließen, Heller Farben jauchzend Grüßen, Treuer Nächte großes Walten. Und die Liebe blättert stürmisch, Und von Blatt zu Blatt gerissen Grüßen Freunde, Stammelnd Ahnen, zitternd Wissen: Auf der letzten: Seligkeit.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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