Dieb und Dirne

R Robert Eysler
0 Altın Yaprak
Ein dürres Weib, gewohnt ihr Leben Im Elend und im Schmutz zu waten, Verkauft sich an der Grossstadt Grenze An trunkne Männer und Soldaten. Der Bursche, den sie halb aus Liebe Und halb zum Schutz sich musste wählen, Geht abends heimlich mit dem Messer Zur Stadt zu rauben und zu stehlen. Die Angst, Begierde und das Elend Sind riesenhaft die drei Gewalten, Die trotz des Zanks und trotz der Prügel Die beiden stets zusammenhalten. Der Abschaum der Kultur, der schönen, Die man verficht mit kühner Stirne, Geniessen sie des Lebens Fusel, Am Abgrund wandelnd – Dieb und Dirne - – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – Auf weichen, weissen Kissen dehnt sich Ein Weibchen noch im Morgenkleide Und zeigt kokett das schlanke Beinchen Im Strumpf aus glänzend schwarzer Seide. Der Mann ist fort, auch der Geliebte, Den solche Frauen haben müssen; Sie aber schwelgt im Geist schon wieder In unerhörten Hochgenüssen.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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