Chicago (Rudolf Gottschall)

R Rudolf Gottschall
0 Altın Yaprak
Das Sternenbanner hoch – die Königin der See’n Läßt dieses Banner jetzt von ihren Zinnen weh’n; Doch ist’s nicht bloß die Siegesfahne Der Washington – es ist der Menschheit Sternenkranz; Von einem Kontinent zum andern strahlt sein Glanz Und über beide Oceane. Wo jetzt der Arbeit Fleiß aus hundert Essen dampft, Hat einst der Büffel Schwarm durch die Prairien gestampft; Wo jetzt die stolzen Bauten ragen, Da stand der Wigwam einst, vom Riesenwald erdrückt, Das Heim des rothen Manns, mit Skalpen ausgeschmückt Der Feinde, die sein Beil erschlagen. Die Fluth des Michigan, die sich am Strande bricht, Sah diese Stadt erstehn, so wie ein Traumgesicht, Wo endlos die Gestalten wachsen. Einst glitt der Eichenstamm als Kahn durch seine Fluth; Jetzt rauscht der Dampfer stolz; es treibt die inn’re Gluth Durch Schaumeswellen Rad und Achsen. O manch’ Jahrtausend hier im Unermeßnen schwand! Die Woge peitschte stets denselben öden Strand, Der Sturm des Urwalds Wipfelkronen. Ein halb Jahrhundert nur, das der Sekunde gleich Im Leben der Natur und in der Wildniß Reich, Schuf eine Stadt für Millionen. Einst den Kolumbus trieb westwärts der Sehnsucht Drang, Ein ahnend Traumgesicht, daß Sonnenuntergang Der Menschheit Sonnenaufgang werde! Das war kein Seegespenst, das rasch im Nebel schwand, Nein, allen Völkern reicht Atlantis jetzt die Hand Und ihrem Rufe lauscht die Erde. Einst auf verweg’ner Fahrt ging’s nach dem goldnen Vließ, Dem Eldorado zu, dem Erdenparadies, Wo goldbedachte Zinnen ragen, Wo unermeßner Schatz die kühnsten Wünsche stillt, Wo aus dem Wunderborn die ew’ge Jugend quillt Mit wonnevollen trunk’nen Tagen. Verweht ist dieser Traum: dem schöpferischen Fleiß Winkt in Chicago jetzt ein neuer goldner Preis, Nach dem die kühnen Schiffer steuern. Jetzt singt ein Riesenwerk der Eintracht Hohes Lied; Nie soll sich Babels Fluch, der einst die Völker schied, Dem künftigen Geschlecht erneuern. Seht, Bau an Bau! Hier winkt der Blumen Märchenpracht, Dort, was die Erde birgt im aufgeschloßnen Schacht Und was des Meeres Tiefen spenden. Der Blitz, den einst Franklin dem Himmel kühn entriß, Jetzt erdgeboren zuckt er durch die Finsterniß Und schreibt weithin mit Geisterhänden. Und hier, Cyklopenwerk! Das trotzige Metall Ward für des Menschen Wink ein dienender Vasall, Geschmeidigt und geformt im Feuer, Gestaltet hundertfach: noch schlummert seine Kraft; Es harren auf den Dampf, der ihnen Schwingen schafft, Die mächt’gen Eisenungeheuer. Der Künste Heimath ist ein edler Tempelbau; In Leinwand, Erz und Stein steht das Gebild zur Schau, Das schöpferisch der Geist gestaltet. Nicht flüchtigem Gebrauch, vergänglichem Genuß, Nein, für ein ew’ges Schau’n erschafft der Genius Das Meisterwerk, das nie veraltet. Und hier – ein Heiligthum, dem Werk der Frau’n geweiht! Da eine milde Hand legt die Barmherzigkeit Aufs Haupt der Kinder und der Kranken. Hier herrscht der Frauen Fleiß, unendliche Geduld; Hier herrscht der Frauen Geist, den künft’ger Zeiten Huld Befreit von ungerechten Schranken. Du aber, deutsches Volk, sollst Fahnenträger sein! Du webtest manchen Stern ins Sternenbanner ein, Du schufst ein neues Heim im Westen! Die alte Heimath grüßt aus stillem Tannengrund, Und beide schließen neu den deutschen Brüderbund Hier in Chicagos Prachtpalästen. Rudolf v. Gottschall.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

Bu şiire çeviri ekle ·

Bu şiiri puanla

Henüz puan verilmemiş

Yıldıza dokunarak 1–10 arası puan ver

Yorumlar

Yorum yapmak için giriş yapmalısın.

Giriş yap

Bu şiire henüz yorum yapılmamış. İlk sen ol.

Sana daha iyi bir okuma deneyimi sunabilmek için sitemizde çerez kullanıyoruz. Kişisel verilerin KVKK ve GDPR kapsamında işlenir; hangi çerezlere izin verdiğini dilediğin zaman değiştirebilirsin.