Zum 18. Januar

R Rudolf Gottschall
0 Altın Yaprak
Du ruhst so öd’ in winterlichem Schweigen, Park von Versailles! Von schneebedeckten Zweigen Es leis auf Marmorbilder niederflockt! Kein Abenteuer, im Boskett verloren – Des großen Ludwigs Pracht ist eingefroren, Der Lebensatem seiner Wasser stockt! Doch dort im Schloß – welch kriegerisches Regen! Da klirren Schwert und Sporn, da blitzt der Degen Und Fahn’ auf Fahne sammelt sich im Kreis. Der Kriegslärm in der Künste Heiligtume – Frankreich erblaßt mit dem gemalten Ruhme, Deutschland ergrünt mit frischem Lorberreis. Bald ist der opferreiche Kampf beendet; Paris verstummt – und Lavagüsse sendet Nicht mehr uns der verlöschende Vulkan, Vor dessen Flammengruß die Erde bebte, Solang’ der sieggewohnte Cäsar lebte, Und dann sein Schatten – der Cäsarenwahn! Ein Kaiserreich starb auf den Schlachtgefilden; Ein Kaiserreich wird auf den Kriegerschilden Erhöht von siegender Germanen Schar. Nach manchem Kampfessturm und Todesritte – Der greise Fürst in deutscher Fürsten Mitte, Des Rotbarts Diadem im Silberhaar! Du schönster von des Ruhmes großen Tagen! Wofür der Jugend Herz so heiß geschlagen, Das ist kein Bild mehr eines Traumgesichts! Nicht der Kyffhäuser hat das Reich geboren; Aufsteht es, vor der fremden Hauptstadt Thoren, Errungen durch die That, ein Reich des Lichts! O mög’ es treu den eignen Zauber hüten, Ein Wundergarten aller Geistesblüten, Wo jedem Fleiß die schöne Frucht gedeiht! Und nah’n noch einmal der Entscheidung Tage, So werf’ sein Schwert es in Europas Wage Und in die Schale der Gerechtigkeit! Rudolf von Gottschall.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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