Der sterbende Douglas

T Theodor Fontane
0 Altın Yaprak
(Schlacht bei Langside. 1568) Die Heere stießen an einander; der Tag ist heiß, der Himmel finster, Vom Hufschlag dröhnt weithin die Haide, roth tropft der Thau vom schwarzen Ginster; Es blickt die schottische Maria von nahen Schlosses Fensterbrüstung, Ihr Auge haftet auf dem Kampfe, doch in dem Kampf auf r Rüstung. Dem jungen Douglas folgt ihr Auge; sie fühlt ihr Herze höher schlagen, Er ist’s, der sechszehnjährige Knabe, der aus dem Kerker sie getragen, Er ist’s, der ihr ein Heer geworben, und durfte doch um t werben, Drum wirbt er jetzt um seinen Frieden und um das Glück für sie zu sterben. Wen tragen aus dem Kampfgetümmel sie dort auf zweiggeflochtner Bahre, Das Antlitz weiß, und schwarz die Rüstung und roth von Blut die blonden Haare?! Der Douglas ist’s: Erfüllung wurde des Hoff nungslosen einzgem Hoffen, Es hat ein Schwert von Murray’s Mannen in’s tiefste Leben ihn getroffen. Da liegt er, auf gewirktem Teppich, jetzt an des alten Schlosses Stufen, Maria neigt sich zu ihm nieder, ein Priester wird herbeigerufen, reicht den Kelch ihm unter Thränen, Er aber segnet diese Stunde, Hätt’ langsam sonst verbluten müssen an seines Herzens stiller Wunde. Die Brust wird kalt, es stockt sein Athem, sein Auge scheint vom Tod geschlossen, Maria küßt die bleiche Stirne, die schon so frühe Ruhm genossen: Da spielt um seinen Mund ein Lächeln, aufglimmt ein letzter Lebensfunken, Dann ist er in Maria’s Arme zu tiefstem Schlaf zurückgesunken.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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