Die Gardemusik bei Chlum (Fontane)

T Theodor Fontane
0 Altın Yaprak
„Was fechten kann, rückt vor auf Chlum, Unsre Garde dürstet nach neuem Ruhm, Sie zieht voran und stürmt und ficht – Wir schleichen nach, ’s gefällt mir nicht, Musik ist nie so recht dabei, Wenig Wolle und viel Geschrei.“ Kapellmeister spricht’s. Da blitzt es drunt’ Aus staubiger Wolke, golden und bunt. „Ungrische Husaren, wenn recht ich seh’; Ihr Choc gilt uns. Kameraden: Carré.“ Carré. Da springen, ohn’ Unterschied, All die großen Bläser ins erste Glied, Janitschar und Pauke schließen sich an, Obo, Klarinette, Mann für Mann, Fagott und Tuba, – mehr, immer mehr, Und nun Kommando: „Fällt das Gewehr“, Und die Baß-Posaune, voll kriegrischem Zorn, Streckt ihre Züge weithin nach vorn. Zu rechter Zeit. Denn schon sind sie da. „Ergieb Dich, preußische Musika.“ Kapellmeister aber winkt ab und spricht: „Die Garde-Musik ergiebt sich nicht.“ Und keiner wankt und keiner weicht, Posaun’ und Tuba, die zwingt man nicht leicht, Auch die Pauke hält sich wie ein Thurm, Und siehe, vorüber braust der Sturm. Da hebt sich unsres Kapellmeisters Brust, „Wer ist gefall’n? Wie steht der Verlust?“ „„Gefallen keiner; leicht zerhau’n Sind Pauke, Tuba und Posaun’, Gestreift, geschrammt bloß, sonst intakt, Und nur das Fagott ist wie zerhackt!““ „Drei leicht, einer schwer, der Rest gesund, – Das laßt uns preisen zu dieser Stund’, Und fehlt uns auch unser brav Fagott, Wir blasen doch: ‚Danket alle Gott‘, Und blasen es durch und blasen es ganz, Und zum Schlusse: Heil Dir im Siegerkranz.“

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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