Die Schlacht am Cremmer-Damm

T Theodor Fontane
0 Altın Yaprak
(Nach dem Alt-Pommerschen.) Und als Herzog Barnim, der vielkleine Mann, Um mit Markgraf Ludwig zu fechten, War bis an den Cremmer-Damm heran, Sprach er zu Rittern und Knechten: „Das Cremmer Luch ist ein garstig Loch, Und den Feind daraus zu vertreiben, Ich denke, Leute, wir lassen’s noch Und wollen diesseits bleiben. Wir schreiben aus eine große Steur, Und wer sich nicht will bequemen, Den zwingen wir mit Wasser und Feur Und wollen das Vieh ihm nehmen.“ Der Rath gefiel den Pommern all Und verquer an den beiden Ecken Gruben sie hastig Graben und Wall, Dahinter sich zu verstecken. * * * Markgraf Ludwig aber, der tapfere Held, Drüben sah man ihn reiten, Er dachte, „die Pommern stehen im Feld Und werden den Damm überschreiten.“ Als aber keiner sich’s unterwand, Ließ er seinen Trompeter kommen Und sagte: „Nimm deine Trompet in die Hand Und blas’ bis sie’s drüben vernommen. „Und sage dem Herzog Barnim an, Ich hätte groß Verlangen, Ihn und seine Ritter, Mann für Mann, Hier diesseits zu empfangen. „Und wenn es hier diesseits ihm nicht behagt, So wollt’ ich ihm versprechen, Und auf dem Luch-Damm unverzagt Eine Lanze mit ihm zu brechen.“ Drauf der: er woll’ ihm Rede stehn; Nicht-kommen das dünk’ ihm Sünde, Sie wollten sich treffen und wollten sehn, Wer das Spiel am besten verstünde. * * * Da ging es vom Graben den Damm hinauf, Drauf standen dicht die Märker, Die wehrten sich einzeln und zu Hauf, Aber Herzog Barnim war stärker. Die Märkischen konnten nicht bestahn, Das Luch war ihr Verderben, Und viele mußten da liegen gahn Und ohne Wunde sterben. Und mälig wichen sie Schritt für Schritt, Vor Cremmen weiter zu fechten, Die Pommern folgten in festem Tritt, Die Ritter mitsammt den Knechten. Aber vor Cremmen hielt man an Und mußte draußen bleiben, Die Märkischen standen da Mann an Mann Und waren nicht zu vertreiben. Sie schossen hinunter aus Thurm und Thor In das pommersche Gedränge, Dann drängten sie selber wieder vor, Todte gab es die Menge. Da sprach Schwerin: „Das thut kein gut, Laßt uns den Damm erfassen, Oder wir müssen unser Blut Hier alle vor Cremmen lassen.“ So zogen sie wieder dem Damme zu, Heimwärts ohn’ Schimpf und Schade, Zuletzt ging auch der Krieg zu Ruh, Gott geb uns seine Gnade.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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