An den Kaiser

V Victor Blüthgen
0 Altın Yaprak
Wir kommen durch ein stumm Gewühl, Durch Grimm und bange Schauer, Mein Kaiser auf dem Leidenspfühl, Wir kommen mit Zorn und Trauer, Und was wir reden mit heißem Mund Vor Dir, Du Held in Schmerzen, Das reden auf weitem Erdenrund Jetzt alle deutschen Herzen. Mein Kaiser, der uns groß gemacht, Zum Wunder und zum Neide, Wir hatten Dich lieb in Fürstenpracht Und schlichtem Bürgerkleide: Wir wollten Deiner Jahre Schluß Mit Liebe kränzen und stützen, Und konnten doch vor dem Mörderschuß Dein greises Haupt nicht schützen! Wir haben gejauchzt, als Dich der Tod Verfehlt vor wenig Wochen: Die Natter, die umsonst gedroht, Nun hat sie Dich doch gestochen; Sie hat mit ihrem Haß durchtränkt, Vergiftet Deine Wunden – Mein Kaiser, den uns Gott geschenkt: Ach, lasse Dich Gott gesunden! Mein Fürst, kein Deutscher vergoß Dein Blut – Wir schütteln von uns die Schande – Die heimathlose, die Natternbrut, Die that es im deutschen Lande. Ob sie mit deutschem Brod gespeist, Gelehrt aus deutschem Buche: Sie sind nicht Erben an unsrem Geist, Noch wir an ihrem Fluche. Mein Kaiser wund und schmerzensvoll – Daß Dir’s Dein Weh versüße: Wir bringen Dir Deutschlands Gram und Groll, Wir bringen Dir Deutschlands Grüße. Die Glocken schallen von dort und hier – Jetzt wollen wir für Dich beten, – Und rettet Dich Gott, dann helfen wir Der Schlange den Kopf zertreten.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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