Habt Acht!

A Albert Traeger
0 Altın Yaprak
Gesattelt steht das Roß der Zeit Und scharrt mit ungeduld’gem Hufe, Die Mähne schwillt, die Nüster speit, Es reckt das Ohr nach einem Rufe. Lang stand es still, doch nun begehrt Es unaufhaltsam weiter, weiter, Ein Königreich – nicht für ein Pferd, Die ganze Welt für einen Reiter. Ihr Herrn und Ritter, die so lang Sich auf dem Sattel stolz gebrüstet, Was steht ihr nun und zaudert bang? Ist keiner, den der Ritt gelüstet? Nach rückwärts habt ihr oft gehetzt Das edle Roß mit blut’gen Sporen, Ging euch zum Ritt nach vorwärts jetzt Der Muth und das Geschick verloren?! Noch steht gebückt am Roß der Knecht Und hält gehorsam euch den Bügel; Stets wie ein altgeheiligt Recht Nahmt ihr aus seiner Hand die Zügel; Und doch hat er das Roß gezäumt, Er hat’s mit seinem Schweiß gefüttert, Und wenn sich’s unter euch gebäumt, Hat ihn der Hufe Schlag erschüttert. Habt Acht! habt Acht! denn zögert ihr, Will keiner unter euch sich rühren, Leicht faßt den Knecht dann die Begier, Einmal die Zügel selbst zu führen, Und stößt die nackten Fersen er Wildkräftig in des Rosses Seiten, Scheu stürmt es unter ihm einher Und wird die Ritter überreiten!

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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