Frühlingslied zum 22. März

C Carl Weitbrecht
0 Altın Yaprak
Neue Säfte drängen mächtig Nach des Baumes jungem Holz, Wettertrotzend, kronenprächtig Trägt er seiner Jahre Stolz. Märzenschnee in leichten Flocken Deckt im Feld des Pfluges Spur, Morgen wieder sonnig trocken Dampft die Scholle auf der Flur. Auf ein kühnverjüngtes Werden Spannt sich neu die deutsche Kraft, Unter Mühen und Beschwerden Treibt der unverlorne Saft. Scharfgeriss’ne Furchen bergen Keime schwellend reicher Saat, In zersprengten morschen Särgen Rührt sich junge Lebensthat. Und der Kaiser überm Volke Denkt vergang’ner Siege leis, Durch der Zukunft Schleierwolke Schaut der ungebeugte Greis: Milde Friedensstrahlen glänzen Statt der Kriege düstrem Roth Und in schwertbeschützten Grenzen Steht der Arbeit Aufgebot. Schnell ist eine Schlacht geschlagen, Langsam wächst des Friedens Bau – Hoffnungsreichen Frühlingstagen Trübt sich leicht das reine Blau; Aber wer in Sturm und Grauen Seiner Schlachten ruhig stand, Legt mit ruhigem Vertrauen Wieder an den Pflug die Hand. Und der Greis, dem seiner Tage Sonne langsam tiefer sinkt, Lächelt letzter Sorg und Plage, Ob auch fern die Ernte winkt, Zieht noch Furchen, streut noch Samen, Der für Andre reifen soll, Grüßt in seines Gottes Namen Frühlingstage, zukunftsvoll. Karl Weitbrecht.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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