Zwei Spätherbstrosen an meinem Bett

E Ernst Scherenberg
0 Altın Yaprak
Zwei Spätherbstrosen an meinem Bett, Eine weiße und eine rothe – Grüßt mich das Leben oder der Tod? Sagt an, weß’ seid ihr Bote? Da winkte die weiße geheimnißvoll: „Von längst verschollenen Tagen, Gestorbener Liebe, verlorenem Glück Soll ich dir Grüße sagen. Ich weiß in der Ferne manch’ einsam’ Grab, Dort harrt man dein schon lange; Ich kenn’ auch ein stilles Plätzchen für dich – Laß küssen mich deine Wange! Dann bist du befreit von des Lebens Pein, Kannst schmerzlos träumen und schlafen. Fernab tobt weiter Haß und Streit – Du aber, du bist im Hafen.“ Sie schwieg; schon wollt’ ich in Todeslust An’s Herz die Sprecherin drücken – Da hub die rothe Rose an: „O laß dich nimmer berücken! Zwar kann ich dir nicht, wie die Schwester mein, Den ewigen Frieden geben – Ich bringe die Blüthe nicht ohne den Dorn – Ich bin das ringende Leben. Von rosigen Lippen künd’ ich dir Gruß, Die ohne dich müßten erblassen; Ich bin die Liebe und rufe dir zu: Du darfst von Liebe nicht lassen. Du darfst nicht feige entfliehen dem Kampf, Ob schmerzen die klaffenden Wunden; Zu neuem Leben, zu endlichem Sieg Noch einmal mußt du gesunden.“ Da schrak ich empor vom Fiebertraum: Die weiße Rose verwehte – Die rothe küßt’ ich mit bebendem Mund In stillem Dankesgebete.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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