Die Todten an die Lebenden

F Ferdinand Freiligrath
0 Altın Yaprak
Die Kugel mitten in der Brust, die Stirne breit gespalten, So habt ihr uns auf blut’gem Brett hoch in die Luft gehalten! Hoch in die Luft mit wildem Schrei, daß unsre Schmerzgeberde Dem, der zu tödten uns befahl, ein Fluch auf ewig werde! Daß er sie sehe Tag und Nacht, im Wachen und im Traume – Im Oeffnen seines Bibelbuchs wie im Champagnerschaume! Daß wie ein Brandmal sie sich tief in seine Seele brenne: Daß nirgendwo und nimmermehr er vor ihr fliehen könne! Daß jeder qualverzogne Mund, daß jede rothe Wunde Ihn schrecke noch, ihn ängste noch in seiner letzten Stunde! Daß jedes Schluchzen um uns her dem Sterbenden noch schalle, Daß jede todte Faust sich noch nach seinem Haupte balle – Mög’ er das Haupt nun auf ein Bett, wie andre Leute pflegen, Mög’ er es auf ein Blutgerüst zum letzten Athmen legen!

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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