Nicht düstre, Theosoph, so tief!

G Georg Friedrich Daumer
0 Altın Yaprak
CXCII. Nicht düstre, Theosoph, so tief! Nicht blicke, Moralist, so scheel! Wir möchten gerne selig sein, Und dieses ist ja wohl kein Fehl. Hinschmachtend in der Wüste Sand Gleichwie die Kinder Israel, Schrei’n wir zu Gott um Labungen, Und dieses ist ja wohl kein Fehl. Was kümmert uns der Tuba-Baum, Und was der Engel Gabriel? Wir suchen einer Schenke Thür’, Und dieses ist ja wohl kein Fehl. Wir lieben unsern alten Wirth Und haben deß auch keinen Hehl; Wir fliehen alle Heuchelei, Und dieses ist ja wohl kein Fehl. Nicht Menschenblut vergießen wir Auf wilden Hasses Wuthbefehl; Der Rebe Blut genießen wir, Und dieses ist ja wohl kein Fehl. Wir öffnen unsern Busenschrein Der Liebe köstliches Juwel Mit vollen Händen auszustreu’n, Und dieses ist ja wohl kein Fehl. Wir preisen unser süßes Herz Vierzeilig oder im Gasel; Dem Holden ist der Dichter hold, Und dieses ist ja wohl kein Fehl. Du trage keuchend jede Last, Dem Esel gleich und dem Kameel! Wir schütteln unsre Bürden ab, Und dieses ist ja wohl kein Fehl.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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