An die Geliebte

G Gustav Schwab
0 Altın Yaprak
An die Geliebte. Sie fassen nicht den ew’gen Schimmer, Der dir aus deinen Augen geht, So wie des Mondes heil’gen Flimmer Kein irdisches Gemüth versteht. Hell muß es, wie die Sonne, blenden, Was dieser Welt gefällt und lacht, Muß alles mit dem Tage enden, Denn für den Schlaf ist ihre Nacht. Mir wird dein Leben erst entfaltet, Wann alles rings in Schatten fällt; Ich weiß, so lang die Sonne waltet, Von dir kein Gleichniß auf der Welt. Du gehst in unbemerkter Fülle Einsam vorüber und verwirrt, Ein Stern, der sich aus Nacht und Stille In dieses fremde Licht verirrt. O dann erst, wann der Abend dichter Sich um die stille Erde schließt, Und wann der Schein verwandter Lichter Auf dich vom blauen Himmel fließt; Dann erst, du namenloses Wesen, Du Stern des Himmels, fass’ ich dich, Und mein’ in deinem Blick zu lesen, Beim Strahl des Monds, du liebest mich.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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