Der Todesklang

G Gustav Schwab
0 Altın Yaprak
Es steht an Finnlands Gränzen Ein festes Schloß erbaut, Das in des Mondes Glänzen Weit über die Lande schaut. Zu Füßen ihm in Eile Schießt bodenlos ein Fluß, Man hört auf eine Meile Fernher den rauschenden Gruß. Dort ist seit alten Tagen Oft schon in stiller Nacht Ein Klingen, ein süßes Klagen Hellmahnend aufgewacht. Wem gilt es wieder heute? Es ist ein mächtiger Troß, Der Hauptmann und seine Leute, Gekommen als Wach’ auf’s Schloß. Der Hauptmann in dem Saale Liegt schon im halben Schlaf, Geküßt vom Mondenstrahle Ein schöner, schwedischer Graf. „Wer drunten musiciret, Und spielt so schöne Stück’? Wer mir zu Ehren rühret So holde Feldmusik?“ Die Tön’ ach! die dich laden, Spielt einer, den du nicht kennst: Ich seh’s wohl tauchen und baden Im Flusse das Gespenst. „Es tragen mich die Laute Auf Flügeln in’s Schwedenland, Dort sitzt die Liebe, die Traute, Was stützt sie sich auf die Hand?“ Sie möchte wohl sitzen in Thränen, Wär’ ihr dein Loos bekannt; Du fliegest auf diesen Tönen In ein gar ander Land! Im Schlafe schon spricht der Knabe: „Nun, glaub’ ich, schlummr’ ich ein! Mir träumt’, ich läg’ im Grabe, Ich zög’ in Himmel ein!“ Ach Träumen ist es nimmer, Du junger Schwedengraf! Dein Haupt im Mondenschimmer Neigt sich zum ewigen Schlaf. Der Geist taucht unter in Schweigen, Er hat sein Werk vollbracht; Die Wellen fallen und steigen, Der Fluß rauscht durch die Nacht.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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