Des Feindes Tod

G Gustav Schwab
0 Altın Yaprak
Des Feindes Tod. Wo vom Berg die Felsen rollen, Wo kein Wasser friedlich fließt, Nur im Sturze sich ergießt, Wo die langen Donner grollen. Dort in Rhätiens finstern Gründen, Wo sich die Natur bekriegt, Wald und Sturm im Kampfe liegt, Kann der Mensch nicht Ruhe finden. Feindschaft zeugt in seiner Seele Dort der Elemente Streit, Und die Fürsten sind entzweit Um den Sitz in Hain und Höhle. Seine finstern Thäler neidet Rudpert drum dem Adalbert; Jeder greifet nach dem Schwert, Ob sie schon der Waldstrom scheidet. An der überspritzten Klippe, Kämpfen sie im Wasserschaum, Kämpfen, wo für zween ist Raum Auf der wald’gen Felsenrippe. Dann im Anger und im Thale Jeder mit ergrimmtem Troß, Jeder auf dem wild’sten Roß; Lang erhitzt sich Stahl am Stahle. Beider Muth ist stets der gleiche, Beider Sehne gleich gestählt, Beide gleicher Haß beseelt, Keiner weicht dem letzten Streiche. Bis die Herrscherin der Gegend In den Streit sich mischt, Natur, Irre macht der Rosse Spur, Felsen in die Wege legend. Rudpert schwanket auf dem Pferde, Und es bäumet sich das Thier, Und mit zornigem Gewieh’r Schleudert es den Herrn zur Erde. Und man hört die Wasser toben, Weil es stille ward vom Kampf, Nur im grauen Nebeldampf Kämpft der Wind im Walde droben. Auf des Feindes Angesichte Kehrt mit Frieden ein der Tod, Wischet ab des Zornes Roth, Ueberzieht’s mit blassem Lichte. Und es nahet sich der Leiche Abgestiegen von dem Pferd Auch der Kämpfer Adalbert, Schaut in’s Antlitz ihm, in’s bleiche. Lauter bei des Grabes Stille Schlägt lebend’ges Menschenherz, Groll und Zorn flieht niederwärts, Und die Brust bewegt der Wille. Jetzt erbarmt ihn erst der Schöne, Die das Schicksal für ihn schlug, O wie holde Züge trug Dieser Jüngling, werth der Thräne! Und er hat den Feind umfangen, Wie den Bruder seiner Wahl: – Da zuerst durchs wilde Thal Ist des Friedens Geist gegangen. Und die Sonne dringet nieder Durch der Nebel alte Nacht, Daß der grünen Wildniß Pracht, Fels und Strom, von Licht glänzt wieder. Wie den Sieger, auf der Bahre, Führet den gefall’nen Feind Adalbert durchs Thal und weint, Als um eines Freundes Jahre. In die eigne Gruft gebettet Legt er ihn nach Kampf und Noth; Lieb’ und Freundschaft aus dem Tod Hat er endlich sich gerettet. Sey Natur im Kampf geschieden, Krieg der blinden Kräfte Ruhm: Als sein heilig Eigenthum Pflege doch der Mensch den Frieden!

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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