Der Phönix (Heine)

H Heinrich Heine Heinrich Heine
0 Altın Yaprak
Es kommt ein Vogel geflogen aus Westen, Er fliegt gen Osten, Nach der östlichen Gartenheimath, Wo Spezereien duften und wachsen, Und Palmen rauschen und Brunnen kühlen – Und fliegend singt der Wundervogel: „Sie liebt ihn! sie liebt ihn! Sie trägt sein Bildniß im kleinen Herzen, Und trägt es süß und heimlich verborgen, Und weiß es selbst nicht! Aber im Traume steht er vor ihr, Sie bittet und weint und küßt seine Hände, Und ruft seinen Namen Und rufend erwacht sie und liegt erschrocken, Und reibt sich verwundert die schönen Augen – Sie liebt ihn! Sie liebt ihn!“ Am Mastbaum gelehnt, auf dem hohen Verdeck, Stand ich und hört’ ich des Vogels Gesang. Wie schwarzgrüne Rosse mit silbernen Mähnen, Sprangen die weißgekräuselten Wellen, Wie Schwänenzüge schifften vorüber, Mit schimmernden Segeln, die Helgolander, Die kecken Nomaden der Nordsee; Ueber mein Haupt, im ewigen Blau, Hinflatterte weißes Gewölk Und prangte die ewige Sonne, Die Rose des Himmels, die feuerblühende, Die freudvoll sich im Meer bespiegelte; Und Himmel und Meer und mein eignes Herz Ertönten im Nachhall: Sie liebt ihn! sie liebt ihn!

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Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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