Die Gralsburg

H Hermann Lingg
0 Altın Yaprak
Gralszinnen, unerfindbar Klugen, Gemeinem ewig unnahbar, Die fromm zu Euch ihr Wehsal trugen, Sehn Aether, Sein und Schicksal klar! – Baumkronen, Laubgewölbe tragend Umschließen Himmelseinsamkeit, Am Chor die Wächter schauen fragend Und tief bekümmert in die Zeit. Es leuchtet die smaragdne Schale, In die das Blut vom Kreuze floß, Sie scheint mit hellem Wunderstrahle Durch Mauern in der Welle Schoß. Wer ihr Erglühen sieht, gesundet Und trüg er Leiden noch so schwer, Amfortas aber liegt verwundet, Wo käm’, der ihn ersetzte, her? O Wunden, die unheilbar bluten, O Sehnsucht, niegestillte Qual! Des Zaubers Fluch umstrickt die Guten, Wer hilft uns, wer beschützt den Gral? Wo wird solch treuer Muth gefunden, Weß Schwert und Seele blieb so rein? Die Morgen flieh’n, die Abendstunden, Und ach, noch trat kein Retter ein! Wenn aus den Felsgeklüften flöge Der Basilisken Brut hervor, Und an den heil’gen Strahlen söge, Wer hielte seinen Schild davor? Wenn aus dem See die Nixe tauchte Mit Schlangengier, wenn an den Gral Der Molch mit gift’gem Odem hauchte, Wer höb’ dagegen seinen Stahl? – Was müht Ihr Wächter Euch, zu schauen Ins Thal und wo die Woge rollt? Ein Kind noch ist, in Hut der Frauen, Der Held, den Ihr erwarten wollt; Der Euch wird Herr sein und Euch retten, Ist noch in Haft von Wald und Nacht; Der brechen soll der Sünde Ketten, Wird noch zuvor von ihr verlacht. –

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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