Die Weinprobe

J Johannes Trojan
0 Altın Yaprak
Was für ein Bild, wenn tücht’ge Männer, Wie es so viele giebt am Rhein, Beisammen sind, damit als Kenner Sie prüfen einen edlen Wein! Ratsherrn und der Verwaltung Spitzen, Die Richter selbst im Reichsgericht, Wenn prüfend sie beisammen sitzen, So ernst und würdig sind sie nicht! O große, weihevolle Stunde, Wenn in krystallne Becher träuft, Was in des tiefen Kellers Grunde Im Lauf der Jahre still gereift! – Wenn dann das Glas wird hochgehalten, Daß schön darin erglänzt das Gold, Und jeder von den weisen Alten Sein kenntnisreiches Urteil zollt! Sich solche Kenntnis zu erringen, Ist nicht so leicht auf dieser Welt; Darin zu etwas es zu bringen, Genügen längst nicht Durst und Geld. Daß man, nur nippend an dem Glase, Jahrgang und Wert sogleich erkennt, Bedarf es einer Zung’ und Nase, Die jeder nicht sein eigen nennt. Drum solltest du einmal geraten Als Laie in solch einen Kreis, Zeig’ dich als klugen Diplomaten, Der nie verrät, daß er nichts weiß. Willst du geziemend dich betragen, Geb’ ich dir im Vertraun den Wink: Nimm dich in acht, etwas zu sagen, Spitz’ deine Ohren, schweig und – trink! J. Trojan.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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