Christnacht im Walde

J Julius Lohmeyer
0 Altın Yaprak
Ueber des Bergkamms starrenden Tann Wandelt ein Licht in der Ferne, Näher und näher wallt es heran Gleich einem irrenden Sterne; Ueber die Gründe, verweht und verschneit, Schwebt es auf silbernen Schwingen, Bricht in die schweigende Waldeinsamkeit Mächtig mit Leuchten und Klingen. Christkindlein zieht durch den Wald in der Nacht, Himmlische Schaar zum Geleite, Blitzend aufleuchtet des Eiswaldes Pracht Ueber dem Zug in die Weite. Wo in die Gründe hinfluthet ein Strahl Läuten zur Weihnacht die Glocken, Lauschen zur Höhe die Rehe im Thal, Flüchten die Wichtlein erschrocken. Eisgraue Männlein aus Baumhohl und Spalt, Uralt’ verwittert’ Gezwerge Schaut, wie geblendet, den Zug durch den Wald Nieder sich winden vom Berge. Waldmännlein küssen des Kindes Gewand, Knieen anbetend am Pfade, Christkindlein hebet mit Lächeln die Hand, Segnet die Kleinen in Gnade. Christkindlein segnet die Waldkreatur, Häslein und Rehlein am Wege; Wo es dahinzog, die goldige Spur Funkelt noch lang’ durchs Gehege. Weit in die nächtigen Thäler hinein Fluthet der himmlische Schimmer – Drunten im Dorfe der Fensterlein Reih’n Glüh’n schon im Weihnachtsgeflimmer. Weit durch die Lande – ein leuchtender Strom – Wogt es mit Blitzen und Klingen: „Ehre sei Gott!“ Zu der Sternenwelt Dom Braust es auf mächtigen Schwingen. – – Also herab durch den starrenden Tann Nieder ins Erdengetriebe Wandelt durch Winter- und Todesbann Welterlösend die Liebe.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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