Der kranke Schreiber

J Julius Sturm
0 Altın Yaprak
»So,« sprach mein Arzt, »so kannst du nicht genesen Du schriebst dich siech und hast dich krank gelesen, Umwogt von Aktenstaub und schwüler Luft: Ein einz’ges Mittel nur kann dich noch heilen, Du darfst an diesem Pult nicht länger weilen, Du musst hinaus aus deiner dumpfen Gruft.« »Hinaus! hinaus! – und wer sorgt für die Meinen, Wer bricht, mein Weib, das Brot dir und den Kleinen, Hält diese Hand auch einen Tag nur Rast?« – Er seufzte tief und griff zum neuen Bogen Und schrieb, den Blick mit Thränenflor umzogen, Dann wieder eifrig fort in Fieberhast. Und sah im Geist sein Weib, das ohne Klagen Der Armut Jammer treu mit ihm getragen, Und schrieb und schrieb und hat nicht Rast gefunden, Bis ihm die Nacht die Feder sanft entwunden Und nun sein Tagewerk vollendet war. So trieb er’s noch geduldig viele Wochen, Da endlich war das treue Herz gebrochen, Sie legten in das Grab den müden Mann. Ein schlichter Stein, der ärmlichste von allen, Nennt seinen Namen nur, doch dass gefallen Ein Held mit ihm, zeigt keine Schrift euch an.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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