Der Witwer

K Karl Friedrich Kretschmann
0 Altın Yaprak
Einst lebt’ in seinem Dörfchen, arm, Doch frisch und flink und sonder Harm, Hans, Namens Ohnesorgen. Kaum hatt’ er von der Hand ins Maul; Doch diese Hand war nimmer faul Zum Abende vom Morgen. Drum fand er ohne viel Gebet, Was in der vierten Bitte steht. Nicht lange blieb das Bett ihm leer; Er nahm ein Weib, so flink wie er. Nun ging’s durch zwei Paar Hände! Er hatte eignen Herd, dazu Bald eine schöne bunte Kuh; Sein Glück schien sonder Ende: Denn ihn erfreuten Weib und Rind Durch manches Kalb, durch manches Kind. Doch kurz nur stund sein Wohlfahrtsbau. Es starb die flinke junge Frau Im dritten Wochenbette. Ein harter Schlag kam stracks hinzu, Er fand die schöne bunte Kuh Erstickt im eignen Fette. Das war dem Armen doch zu viel! Er wusste seines Grams kein Ziel. Da sass er auf der Ofenbank Mit Gott und Welt und sich im Zank, Und greinte bittre Zähren, Je zwei um zwei: für Seelenruh’ Der flinken Frau, der bunten Kuh. – Die Nachbarn alle wehren Mit Trost und Rat der Traurigkeit. Umsonst! Sie blieb so lang wie breit. Jetzt sprach der Schulze Martin: »Freund, Nur nicht versagt, nur nicht gegreint! Wenn Gott nahm, nimm du wieder! Ich wüsst’ ein hübsches Rundgesicht. Ei sieh! Dort geht sie, irr’ ich nicht, Im roten Sonntagsmieder. Du kennst doch Muhme Greten? Sprich! Die wär’ ja wohl ein Trost für dich.«

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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