Sklavenmoral

O Otto Ernst
0 Altın Yaprak
Mein Junge, du wirst zu treu und zu gut – Fast möcht' ich dich wecken! Ich seh's mit schwellendem Stolz – und ich seh's Mit wachsendem Schrecken. Dein Auge feuchtet ein keuscher Glanz Wie Tau einer Blüte; Es atmet durch deinen weichen Mund Die träumende Güte. Dir zuckt's um die Lippen bei fremdem Schmerz, Und du willst ihn lindern – Ein wunderbares, befremdliches Ding Bei der Menschen Kindern. Pass' auf, sie werden dich früh genug Vor den Karren spannen; Und hast du die Last zu Berge geschleppt, Man hetzt dich von dannen. Weh dir, wenn ein Gott in den Geist dir gelegt Gewalt des Propheten – Sie werden überbrüllen dein Wort Und im Kot dich zertreten. Du wirst sie mit blankem, sausendem Schwert Zum Siege führen – Dann aber wirst du dich krümmen im Staub Vor ihren Türen. Ich seh's um deine zarte Stirn Wie Dornen und Blut – Und ich reiße dich wild ans hämmernde Herz In aufjubelnder Glut.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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