Phantasie (Lavant)

R Rudolf Lavant
0 Altın Yaprak
von Rudolf Lavant. Ein stiller Herbsttag gießt Verklärungsschimmer Auf bunten Wald und blumenlose Au. Kein Wölkchen steuert, ein verlorner Schwimmer, Durchs tiefe, dunkle, wunderbare Blau, Und was da plötzlich, wie ein Wölkchen, oben In scharfumriss’ner Kugelform sich zeigt, Ist nur ein seidner Ball, von Gas gehoben, Der rasch und stetig in die Lüfte steigt. Tief unter ihm in wesenlosem Scheine Die haßbewegte, leidenwunde Zeit, Tief unter ihm das siegende Gemeine, Tief unter ihm der Meinung wirrer Streit! Entrückt dem Rauche und dem Dunst der Gassen, Strebt unbeirrt, wie durch ein offnes Thor, Verfolgt vom Jubelrufe dunkler Massen, Zu ewger Klarheit siegend er empor. Und dem Gedanken folg’ ich traumverloren Und Stolz und Freude schwellen mir die Brust; Ein Glied zu sein der Menschheit, die erkoren Zu solcher Großthat, scheint mir Götterlust. Wo stößt er sich an eine letzte Schranke, Die zum Geständniß ihn der Ohnmacht zwingt, Der ew’ge Funke in uns, der Gedanke, Der in die Höhen, in die Tiefen dringt? Und gleicht der Ball, dem die gewalt’ge Schwinge Des Herrn der Luft, des kühnen Aars, geschenkt, Dem Führer nicht, der mit Bedacht die Dinge Und die Geschicke von Millionen lenkt, Der zielbewußt und nur nach oben schauend, Der Dumpfheit Fesseln abzuschütteln strebt Und, seinem Stern und seiner Kraft vertrauend, In kühler Klarheit der Betrachtung schwebt? Nicht lange aber hab‘ ich so gesonnen, Dann goß ich Wasser in des Stolzes Wein. Am Boden hat im Stoppelfeld gesponnen Ihr Netz ein Spinnchen schwarz und winzigklein. Zum Stumpf verkürzt durch Sensenhieb die Halme Um die das zierliche Gespinnst sich schmiegt, Doch für die Spinne ragend wie die Palme, Die über uns ihr Haupt im Winde wiegt. Und von den Halmen löst in kühnem Wagen Sie das Gewebe feucht vom Morgenthau; Es treibt dahin, vom Wind emporgetragen, Und silbern schimmernd schwebt es durch das Blau. Zerreißt ihm wohl auf eines Berges Gipfel Die feinen Fäden zackiges Gestein? Verwirrt es sich in einer Tanne Wipfel, Weht es der Wind in einen Teich hinein? Auf solchem Fahrzeug, das ein Spiel der Winde, Dem eine Lache Weltmeer ohne Grund, Für das zum Sturme wird der Hauch, der linde, Der friedlich kommt aus eines Kindes Mund, Auf solchem Fahrzeug steuert, stille liegend, Das arme Spinnchen hilflos, schwach und klein, Die meilenweiten Lande überfliegend, Gelass’nen Muthes in die Welt hinein! Es thut uns gut, dergleichen zu bedenken, Wenn uns der Stolz wie süßer Most berauscht, Uns in die Welt des Kleinen zu versenken, Wenn unsre Segel rascher Dünkel bauscht, Und nicht dem Ball, von dem in eitlem Sinne Die ganze Stadt drei volle Stunden sprach, Ich sah der kleinen, unscheinbaren Spinne Auf ihrer Fahrt ins Ungewisse nach.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

Bu şiire çeviri ekle ·

Bu şiiri puanla

Henüz puan verilmemiş

Yıldıza dokunarak 1–10 arası puan ver

Yorumlar

Yorum yapmak için giriş yapmalısın.

Giriş yap

Bu şiire henüz yorum yapılmamış. İlk sen ol.

Sana daha iyi bir okuma deneyimi sunabilmek için sitemizde çerez kullanıyoruz. Kişisel verilerin KVKK ve GDPR kapsamında işlenir; hangi çerezlere izin verdiğini dilediğin zaman değiştirebilirsin.