Weihnachten (Lavant)

R Rudolf Lavant
0 Altın Yaprak
O Kinderzeit! ein holdes Wunder führe Dich uns zurück! ― Ach, nimmer kann es sein Wie einst, da durch die angelehnte Türe Geheimnisvoll uns grüßte Kerzenschein: Da durch den Spalt der Duft und leis Geknister Von angesengten Fichtennadeln zog Und jedes Glied am Leibe der Geschwister Im frohen Fieber der Erwartung flog. Bleich vor Erregung, Wang’ an Wange lehnend Und Hand in Hand, so stand das kleine Paar, Herbei den Augenblick, den großen, sehnend, Der ihrer Nächte Traum seit lange war. Und als des Wartens stumme Pein geendet, Wie stürmten sie ins Zimmer dann mit Macht Und standen doch, verwirrt, betäubt, geblendet Vor all der goldnen, ungeahnten Pracht! Sie boten dann die anmutreichste Gruppe, Der eignen Anmut kindlich unbewußt. Das kleine Mädchen herzt die neue Puppe In dunkler Ahnung künftger Mutterlust. Das Herz des Knaben hängt an andren Sachen; Er schließt die wärmste Kameradschaft schnell ― Was hat er doch für ein Gesicht zum Lachen, Der drollig ˶ häßliche Polichinell! Und wie die Kerzen mälich niederbrennen, So sinken mälich auch die Augen zu, Und dann ― wie könnte man sich wieder trennen? ― Geht mit den neuen Freunden man zur Ruh. Nach all dem Jubel friedlich ˶ tiefes Schweigen ― Der Nadeln feiner Duft erfüllt den Raum Und liebe Bilder mögen wohl sich zeigen Den Schlummernden ― sie lächeln noch im Traum! Ach, unser Blick muß sich beklommen senken Vor Kinderwonne und vor Kindersinn. Im rauen Leben sind sie, eh’ wir’s denken, Auf immerdar verloren und dahin. Kein Paradies, kein Himmel steht uns offen, Von jeder Freude wird uns nur ein Stück ― Nur bei den Kindern ist ein reines Hoffen, Nur bei den Kindern ist ein volles Glück! Wem oft und oft ― der Menschen Los auf Erden! ― Die bitterste Enttäuschung widerfuhr, Der muß zuletzt des Hoffens müde werden, Der hat ein halbes, laues Hoffen nur. Und jene wieder, die Erfüllung fanden, Nach langer Mühe, Kummer und Gefahr, Sie haben traurig lächelnd sich gestanden, Daß schöner doch die arme Hoffnung war. Doch fort mit schmerzlich klagenden Geberden, Wie auch das Schicksal sei, daß ihr gelost! Wir können nicht wie Kinder wieder werden, Doch gibt’s auch dafür einen lieben Trost. In eines Kindes glockenhellem Lachen Ist die Versöhnung mit der Welt erreicht ― Ihr müßt nur Kinder herzlich glücklich machen, Und Kinder glücklich machen ist so leicht. Rudolf Lavant.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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