Osternacht

V Victor Blüthgen
0 Altın Yaprak
Im tiefen Schnee ruht Berg und Thal, Die Nacht durchdämmert der Mondenstrahl. Das ist die heimliche Wundernacht! Von den Bäumen sacht Fallen die thauenden Flocken, Und die Lüfte wandeln so feucht, so schwer, Vom Kirchhof dröhnt es und schwingt sich her: Es läuten die Osterglocken. Drei Leute wandern die Kluft entlang, Wo die Wasser schäumen am Bergeshang; Der Priester trägt das heiligste Gut. Bei der Leuchte Gluth Schreiten sie sonder Stocken; Des Meßners Schelle verloren tönt; Nah schimmert der Hof, und die Bäurin stöhnt: Es läuten die Osterglocken. In der frostigen Kammer der Bauer wacht; Schwer drückt das Bett in der Fiebernacht, Und er hat das Leben so lieb, so lieb, Und er fühlt so trüb Fliehende Freuden locken! Verlöschend harrt er der letzten Qual – Da reißt’s ihn empor mit einem Mal: Es läuten die Osterglocken. Das klingt wie der Ruf vom jüngsten Tag, Wie Wipfelbrausen und Finkenschlag, Und im Herzen sprudelt’s ihm frisch und warm; Und er streicht mit dem Arm Selig die Stirn sich trocken: „Gottlob, nun wird mir wieder frei Und das Kind bekommt noch sein Osterei –“ Es läuten die Osterglocken. Die Thür springt auf, und die Tröster nah’n, Und lächelnd sieht sie der Kranke an: „Grüß Gott, Herr Pfarrer! es thut nicht noth; Frau, bringe das Brod – Trinket und eßt einen Brocken!“ Dann sinkt er zurück und schlummert ein Und schläft sich in’s volle Leben hinein – Es läuten die Osterglocken.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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