„Und Friede auf Erden“

A Albert Traeger
0 Altın Yaprak
Und Friede war’s auf Erden wieder, Und strahlend sank die heil’ge Nacht, Die einst den Engelsgruß gebracht, Auf die beglückte Welt hernieder. – Weit durch die stolzgewölbten Bogen In’s stille Land dringt Pracht und Glanz, Von Lust und Ruhm ein frischer Kranz Hat hell das alte Schloß umzogen. Heim kam der Herr aus blut’gem Kriege, Kein Haar auf seinem Haupt berührt, Die treue Schaar hat er geführt Im Sturmesschritt von Sieg zu Siege; Dank bringt dem himmlischen Berather Am reichen Weihnachtstisch’ er dar, Die Mutter und der Kinder Schaar Dankt für den Helden und den Vater. In ihren Augen blinken Thränen, Es blitzt das Kreuz auf seiner Brust, Hier ward befriedigt jede Lust, Kein Hoffen blieb ein eitles Wähnen, Und aus der Fluth des Kerzenbrandes Erglänzt in so viel Glück hinein Vieltausendfach mit gold’nem Schein Des Königs Bild als Dank des Landes. Und Friede war’s auf Erden wieder, Starr steht das arme Kind am Thor Und staunt und reckt die Hand empor, Als rief’ es all’ die Pracht hernieder, Damit sein Elend satt sich sauge An diesem zaubervollen Traum; Mit ihm freut sich am Lichterbaum Kein Mutterherz, kein Vaterauge. Von Weib und Kind riß sich der Fröhner, Stumm zu gehorchen stets gewohnt, Nicht Glück noch Dank hat ihm gelohnt, Der auch des Schlachtfelds Tagelöhner; Verzweiflung ließ ihn wild sich raufen, Der Seinen nur dacht’ er dabei; In deutscher Brust das deutsche Blei, So stürzt’ er auf den großen Haufen. Zwei Herzen hat der Schuß getroffen, Doch härter war der Wittwe Tod, Sie ließ die Waise ohne Brod, Die sie gesegnet ohne Hoffen. – Nicht länger will die Pfleg’rin lungern, Des Schlosses Lichter löschen aus, Sie weckt das Kind und treibt’s nach Haus, Zu frieren wieder und zu hungern. Wohl mögt Ihr hoch die Helden preisen, Und Jeder ehrt sich, der sie schmückt, Doch denkt, beglückend und beglückt, Der armen Wittwen auch und Waisen, Daß trocken alle Thränen werden; Erst wenn sich freundlich Reich und Arm Begegnen ohne Haß und Harm, Erst dann wird Friede sein auf Erden!

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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