Einem Sommergeborenen
E Ernst Scherenberg
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Altın Yaprak
Junisonne,
Mit glühendem Kusse
Küßtest wach du die knospende Rose,
Daß sie blühe, flamme und dufte,
Krone der Blumen,
Sich selbst zum Ruhme,
Zur Freude der Welt!
Junisonne,
Doch nicht nur Rosen
Weckte dein Strahl!
Urquell des Lichts,
In leuchtender Stunde
Ließest du stillverschwiegen erblühn
Herrlichste aller irdischen Blüten:
Eine unschuldvoll noch träumende,
Holde, keusche Menschenknospe!
Du junges Leben,
Vom Glück geweiht,
Der Sommersonne lachender Sproß,
Bleibe
– Nicht weiß ich köstlichern Wunsch –
Immer wie heute
Ein Kind des Lichts!
Doch nicht die Junisonne allein –
An deiner Wiege strahlen
Zwei andre Sonnen noch,
Wie einmal nur im Leben
Sie aufgehn über dem Pfad des Menschen
In den Augen
Glückselig sorgenden Elternpaares.
O, leuchte lang’ noch dies Zwiegestirn,
Dir schützend des Daseins Schatten zu scheuchen!
Denn wisse,
Selbst dem Sonnenkinde,
Als Erdgebornem,
Nahen zu Zeiten
Die Schatten der Nacht!
Doch wenn dich umlagern
Einst auf der langen Meerfahrt des Lebens
Die Nebel des Unmuts
Ueber die Tücke und Falschheit der Welt,
Die Wetter des Zorns,
Die dunkeln Schleier
Trostloser Trauer
Um unwiederbringlich zerbrochenes Glück,
Oder die schwärzesten
Aller Wolken.
Nagende Reue und brennende Schuld – –
Gäbe dein Gott dir dann,
Daß sieghaft
Ueber alle gespenstischen Schatten
Aus dem eigenen Innern heraus
Triumphiere das ewige Licht,
Das dir jüngst
In der Stunde des Werdens
Als unvergängliches Angebinde
Ins Herz gestrahlt
Die Sonne des Juni!
Aber
Dir nicht allein
Sollst du durchleuchten
Das Leid der Erde!
Sei den Deinen
Ein Quell der Freude
Und spende dereinst auch Licht
Selbstlos
In die dunkeln Tiefen des Elends
Krankender Menschheit!
Sommergeborene Menschenblume,
So sei uns gegrüßt,
So sei uns gesegnet
Heut und immer
Als Kind des Lichts!
Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv
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