Ritters Heimkehr

E Ernst Ziel
0 Altın Yaprak
Im Burghof blühte der Schlehdornbusch; Die Brunnen plätscherten leise; Es zogen die Tauben in Hui und Husch Um Giebel und Thurm ihre Kreise. Ringsum auf der Gärten blühendem Kranz Lag Sonnenglanz, Und droben, als blickt’ sie aus rosiger Wolke, Im Blumenfenster die Burgfrau stand, Brosamen streuend dem Taubenvolke Mit ihrer jungen, weißen Hand. Nun schwirrten sie alle, die flinken, daher; Es rauschten im Fluge die Schwingen. „Du weiße, es grämt mein Herz sich so sehr – Auf! fliege, ihm Grüße zu bringen! Du silberschimmernde, flatt’re geschwind, Wie der Frühlingswind! Und schlicht und farbig, ihr Täubchen alle, Schweift über die Berge und Flüsse weit Und schmeichelt ihn her in des Schlosses Halle Aus dem wilden, heldenzerschmetternden Streit.“ Da plötzlich vom Thurme Wachthornstoß! Der schreckt die Tauben von hinnen. Und Hufschlag naht, und Halloh bricht los Und hallt in Nischen, um Erker und Zinnen. Es sprengen die Reiter mit Kling und Klang Die Brücke entlang – – Wie lächelt so sonnig der Burgherr heute, Wie sitzt er so herrlich auf schäumendem Roß! Heim kehrt er als Sieger – und um ihn die Beute Und Ritter und Knappen ein glänzender Troß. Er winkt hinauf zu dem trauten Gemahl. „Gott grüß’ Dich, Frau Adelgunde!“ Und die Treppen hinab, von Saal zu Saal, Durch der Zimmer prunkende Runde In den Burghof eilt sie in athmender Luft An des Gatten Brust. Er küßt sie – sie reicht ihm mit glühender Wange Des Willkomms prächtigen, güld’nen Pokal – In der Halle dann lauschen dem Sänger sie lange; Der Abend sinkt dämmernd herab auf das Thal. – Nun aber – was stiehlt sich die Treppen hinan In der heimlich dunkelnden Stunde? Wo um’s Fenster die wilde Rose sich spann, Weilt wieder Frau Adelgunde. Sie neigt sich hinaus durch Rosenduft In die Abendluft: „Ihr Täubchen ihr treuen, verkündet im Thale, Daß Wonne mir blühte aus sehnendem Harm! Es sonnt sich mein Herz in des Glückes Strahle, Wenn mich stürmisch umfängt sein Heldenarm.“ Ernst Ziel.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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