Epistel an Emanuel Geibel
F Felix Dahn
0
Altın Yaprak
Mit Rückert und mit Platen
Hast Du mich treu berathen:
Und ist mein Reim gerathen, –
Das dank’ ich Deiner Kunst.
Den Lehrer will ich preisen,
Jedoch in eignen Weisen:
Das höre Du mit Gunst! –
Ja, schlürf’ ich hier im Norden,
An Thule’s Nebel-Borden,
Viel edel-süße Labe
Aus Deiner letzten Gabe,
Aus Deinen „Spätherbstblättern“,
Gereift in allen Wettern,
In heißen und in kalten,
Bei guter Sterne Walten, –
So ruf’ ich: „Heil dem Alten,
Des deutschen Wohllauts weichem,
Romanisch formenreichem,
Herrn Gottfried’s Süße gleichem
Goldmelodien-Gestalter –
Heil ihm und seinem Psalter!“
Wer von uns Jüngern just nicht schlecht
Die Reime reimt und radebrecht,
Der dankt es Dir, Du Weibel
Des Versturnieres, Geibel! –
Wie schaltest Du in München
Auf handwerkmäßig Tünchen!
Dem Falschreim wurde höllenangst,
Dem Flickwort bange, banger, bangst.
„Was?“ – hörte man Dich dröhnen –
„Hiatus? Elisionen?
Könnt Ihr’s nicht abgewöhnen?
Schock Schwere Noth Schwadronen –
Poeten wollt Ihr heißen?
Mit Knüppeln sollt’ man schmeißen!“
Doch nicht allein dies A B C
Erlernten wir in Deiner Näh’:
Auch, daß die Weihe müsse schweben
Um echten Dichters Lied und Leben,
Daß sternenhoch das Ziel entfernt
Und daß Du selbst nie ausgelernt;
Wie rasch da Eitelkeit zerschmolz
Vor Deinem tief bescheid’nen Stolz!
Auch jetzt sprichst Du bescheiden
Von Spätherbstblättern blos:
Und doch lauscht, sehr zu neiden,
Aus dieser Blätter Schooß,
Aus dieser Reben-Laube
Die goldne Spätherbst-Traube.
Die Traube, herrlich ausgereift,
Die Roms und Hellas’ Strahl gestreift:
In Deutschland beut uns Keiner
Trank, edler, weicher, reiner,
Fein-blumiger als Deiner.
Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv
Bu şiiri puanla
Henüz puan verilmemiş