Großvater und Enkel

F Friedrich Hofmann
0 Altın Yaprak
„Davor gelegen in Schnee und Eis, Geschanzt und geschlagen in Blut und Schweiß, Die besten Cam’raden zu Tode getroffen – Und endlich gesiegt! Paris ist offen! Ich bin der Sieger – und darf nicht hinein! Da schlage das Donnerwetter drein!“ – Sei gut, mein Junge! Zwar – ich bin alt, Und dennoch hat wild sich die Faust mir geballt, Und Ihr seid noch Kerle von Feuerblut Und Ihr habt Recht, – aber, Junge, sei gut! Bedenk’: ich zog in Paris mit ein – Was brachten denn wir heim über den Rhein? Was errang nach so viel Fluch und Schand’ Denn unser Triumph dem Vaterland? Du glaubst es mir, weil ich’s Dir sage: Sie belohnten uns mit dem – Bundestage! Den Franzosen gaben sie unsern Rhein! Da, Junge, schlage der Donner drein! Spottleicht verschmerzt sich der Verdruß Ob dem alten Raubnest am Seinefluß: Ihr bringt uns Straßburg und Metz und zugleich Unsers Lebens Sehnsucht – Kaiser und Reich! Ein einig Deutschland und obendarein Ganz frei, ganz deutsch unsern alten Rhein! Nur das Eine betrübt mich: das alte Lied Von der Ehre geborenem Unterschied! Ha, für solche Opfer nach solchen Zielen Noch des Standeshochmuths empörendes Spielen? – Muß vor aller Welt durch das Kreuz nicht gemein Soldaten- und Bürgerehre sein?

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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