An den Nachtwächter

H Heinrich Heine Heinrich Heine
0 Altın Yaprak
XIX. An den Nachtwächter. (Bei späterer Gelegenheit.) Verschlechtert sich nicht dein Herz und dein Styl, So magst du treiben jedwedes Spiel; Mein Freund, ich werde dich nie verkennen, Und sollt’ ich dich auch Herr Hofrath nennen. Sie machen jetzt ein großes Geschrey, Von wegen deiner Verhofrätherey, Vom Seinestrand bis an der Elbe Hört’ ich seit Monden immer dasselbe: Die Fortschrittsbeine hätten sich In Rückschrittsbeine verwandelt – O, sprich, Reitest du wirklich auf schwäbischen Krebsen? Aeugelst du wirklich mit fürstlichen Kebsen? Vielleicht bist du müde und sehnst dich nach Schlaf. Du hast die Nacht hindurch so brav Geblasen, jetzt hängst du das Horn an den Nagel: Mag tuten wer will für den deutschen Jan Hagel! Du legst dich zu Bette und schließest zu Die Augen, doch läßt man dich nicht in Ruh. Vor deinem Fenster spotten die Schreyer: „Brutus, du schläfst? Wach auf, Befreyer!“ Ach! so ein Schreyer weiß nicht warum Der beste Nachtwächter wird endlich stumm, Es ahndet nicht so ein junger Maulheld, Warum der Mensch am End’ das Maul hält. Du fragst mich, wie es uns hier ergeht? Hier ist es still, kein Windchen weht, Die Wetterfahnen sind sehr verlegen, Sie wissen nicht wohin sich bewegen...

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Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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