An die Engel

H Heinrich Heine Heinrich Heine
0 Altın Yaprak
XV. An die Engel. Das ist der böse Thanatos, Er kommt auf einem fahlen Roß; Ich hör’ den Hufschlag, hör’ den Trab, Der dunkle Reiter holt mich ab – Er reißt mich fort, Mathilden soll ich lassen, O, den Gedanken kann mein Herz nicht fassen! Sie war mir Weib und Kind zugleich, Und geh’ ich in das Schattenreich, Wird Wittwe sie und Waise sein! Ich lass’ in dieser Welt allein Das Weib, das Kind das, trauend meinem Muthe, Sorglos und treu an meinem Herzen ruhte. Ihr Engel in den Himmelshöhn, Vernehmt mein Schluchzen und mein Flehn; Beschützt, wenn ich im öden Grab, Das Weib, das ich geliebet hab’; Seid Schild und Vögte Eurem Ebenbilde, Beschützt, beschirmt mein armes Kind, Mathilde. Bei allen Thränen, die Ihr je Geweint um unser Menschenweh, Beim Wort, das nur der Priester kennt Und niemals ohne Schauder nennt, Bei Eurer eignen Schönheit, Huld und Milde, Beschwör’ ich Euch, Ihr Engel, schützt Mathilde.

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Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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