Der bleiche, herbstliche Halbmond

H Heinrich Heine Heinrich Heine
0 Altın Yaprak
Der bleiche, herbstliche Halbmond Lugt aus den Wolken heraus; Ganz einsam liegt auf dem Kirchhof’ Das stille Pfarrerhaus. Die Mutter liest in der Bibel, Der Sohn, der starret in’s Licht, Schlaftrunken dehnt sich die ält’re, Die jüngere Tochter spricht: Ach Gott! wie Einem die Tage Langweilig hier vergeh’n; Nur wenn sie Einen begraben, Bekommen wir etwas zu sehn. Die Mutter spricht zwischen dem Lesen: Du irrst, es starben nur Vier, Seit man deinen Vater begraben, Dort an der Kirchhofsthür’. Die ält’re Tochter gähnet: Ich will nicht verhungern bei Euch, Ich gehe morgen zum Grafen, Und der ist verliebt und reich. Der Sohn bricht aus in Lachen: Drei Jäger zechen im Stern, Die machen Gold und lehren Mir das Geheimniß gern. Die Mutter wirft ihm die Bibel In’s mag’re Gesicht hinein: So willst du, Gottverfluchter, Ein Straßenräuber seyn! Sie hören pochen an’s Fenster, Und sehn eine winkende Hand; Der todte Vater steht draußen Im schwarzen Pred’gergewand.

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Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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